Spring School für den Thüringer Film- und Fernsehnachwuchs

Vom 10. bis 21. März 2014 war ich einer der knapp 50 Teilnehmer der „Spring School Thüringen – Film und Fernsehen“ in Erfurt. Zwei Wochen lang drehten sich Vorlesungen, Tutorien und Workshops rund um die Bewegtbildbranche. Sie fanden im STUDIOPARK KinderMedienZentrum statt – der perfekten Location, in direkter Nachbarschaft zum MDR und KiKA.

Man kann diese Spring School ein zartes Pflänzchen nennen. Denn Sie war die erste ihrer Art in Thüringen. Und meiner Meinung nach ein Erfolg. Auf der einen Seite konnten wir uns, als Bewegtbild-begeisterte Studenten, Hochschul-übergreifend kennenlernen und zusammenarbeiten. Auf der anderen Seite hatten wir die Gelegenheit, von geduldigen Profis lernen zu können.

Viel geschrieben

Durch die Spring School ist die Liste meiner Lieblings-Referenten länger geworden. Da wäre zum Beispiel Jürgen Seidler vom Script House Berlin, der uns in der Vorlesung und im Tutorium „Drehbuch und Dramaturgie“ mit Helden, Antihelden und negativen Helden vertraut machte. Als Autor brauche man Haltung, Mut zur geschichtlichen, politischen und moralischen Haltung, betonte er immer wieder.

Axel Wössner vom MDR Thüringen schaffte es, „staubtrockenes“ Medienrecht „erfrischend“ zu vermitteln. Er hat uns ein mehrstufiges Prüfverfahren an die Hand gegeben, mit dem wir Recht und Unrecht im Zusammenhang mit der Verbreitung von Gedrehtem und Fotografiertem besser abwägen können.

Film solle für den Zuschauer ein Vergnügen sein – ein Vergnügen, durchwandert von Emotionen, Fantasie, Neuartigkeit und Vertrautheit: Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau und Dr. Ann-Kristin Knapp sprachen über den Erfolg und Misserfolg von Spielfilmen.

Viel gemacht

Eigentlich hätte ich in Woche zwei aus Gründen der Platzvergabe nicht am Praxispart teilnehmen können. Meine Chance, doch mittendrin und dabei zu sein: Gemeinsam mit einer Studentin der Bauhaus-Uni Weimar eine Doku über die Spring School drehen. Da sagte ich gerne zu. Viel zu sehen und zu drehen gab es durch die anliegenden Workshops allemal.

„Run & Gun“ könnte das Motto des Workshops „Videojournalismus“ mit Sebastian Linda heißen. Es waren zwei Tage des Experimentierens. Dem Zuschauer etwas aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigen. Rausgehen und Drehen – mit Camcorder, DSLR, GoPro oder iPhone. Es war spannend zu sehen, wie die Studenten Themen gefunden und audiovisuell umgesetzt haben – ohne vorher wirklich zu wissen, wie man die Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ nach der Postproduktion beantworten müsste.

Wesentlich strukturierter ging es im Workshop „Studioproduktion“ mit Regisseur Jörg Heiß und den zahlreichen Mitarbeitern der MCS Thüringen zu. Hier fanden sich die Studenten u.a. in den Rollen Beleuchter, Kameramann, Regisseur, Aufnahmeleiter und Moderator wieder, immer unter der Anleitung der Profis. Nach diesem Prinzip entstanden vier Studioproduktionen, aufgezeichnet live on tape.

Viel gesehen

Am letzten Tag der Spring School erlebten wir noch einen explosiven Vortrag von Tyron Montgomery. Thema VFX. Er zeigte uns viele Filmsequenzen beispielhafter VFX-Errungenschaften und gab uns einen Überblick über die wichtigsten VFX-Verfahren – Chroma Keying, Motion Capture, Crowd Replication und Co.

Was nun folgte, war die Abschlusspräsentation im IOSONO-Showroom im KinderMedienZentrum. Es gab viel Applaus. Initiatoren, Organisatoren, Unterstützer der Spring School und wir Studenten schauten uns gemeinsam alle audiovisuellen Werke an, die im Rahmen der Praxiswoche entstanden sind. Auch unsere Spring-School-Doku wurde dort gezeigt, die noch einmal die vielen Momente des Lernens und des Experimentierens aufleben ließ.

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Philipp Rappsilber | 23. März 2014

Kategorien: Events, persönlich

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